Das Interview mit Professor Dr.-Ing. Dr. h.c. Werner Durth

In der aktuellen Ausstellung „Gesamtkunstwerk Expressionismus“ auf der Mathildenhöhe Darmstadt geht es um Kunst, Film, Literatur, Theater, Tanz und Architektur in den Jahren von 1905 bis 1925. Mitgestaltet wurde die Ausstellung unter anderem von Prof. Werner Durth der seit 1998 als ordentlicher Professor für das Fachgebiet Geschichte und Theorie der Architektur an der TU Darmstadt tätig ist...

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Der Expressionismus war eng mit dem industriellen Fortschritt des 19.Jahrhunderts in Europa verbunden. Vor dem Ersten Weltkrieg herrschte zunächst eine Aufbruchsstimmung die viele junge Künstler dazu verleitete ihren eigenen Weg zu etwas „Neuem“ zu suchen. Der Ausbruch des Ersten Weltkrieges und die Zeit nach dem verlorenen Kriege führten jedoch zu einem tiefen Einschnitt im Expressionismus und zu einer Zeit der tiefsten Depression. Die alten Traditionen wurden abgelehnt und man wollte mit einer neuen Kunst und Architektur eine neue gesellschaftliche Ordnung hervorbringen. Als Inspiration dienten vor allem die mit  der Industrialisierung verbundenen neuen technischen Möglichkeiten. Die „neue Geschwindigkeit“  und „das neue Tempo der Maschinen“ führten zu einer neuen Form der Kunst. In der Architektur wurden nun Materialien wie Eisen, Glas und Beton verwendet. Prägend für den architektonischen Expressionismus in Deutschland war besonders Bruno Tauts „Glashaus“ auf der Werkbundausstellung in Köln ,1914. Ebenso hat Hans Pölzig mit dem „Großen Schauspielhaus“ in Berlin dazu beigetragen. Gefolgt von Ernst Ludwig Kirchner, Joseph Maria Olbrich, Erich Mendelsohn und Hans Scharoun. In ganz Europa entwickelten sich nun unterschiedliche Stilrichtungen. Sei es in Paris, der junge Künstler Picasso mit dem Kubismus, in Italien die Entwicklung des Futurismus, in dem „die Schönheit der technischen Welt“ sichtbar wird. Interessant ist dass der Expressionismus auch besonders von der afrikanischen Kunst beeinflusst wurde. Auf der Suche nach neuen Stilmitteln und Formen suchten die Künstler nach Antworten in anderen Kulturen. Inwiefern der Expressionismus im Nationalsozialismus abgelehnt wurde und warum die Ausstellung mit dem Buch „Mein Kampf“ von Adolf Hitler endet, erfahrt ihr im Interview auf Stimme der Architektur…(Wagma Sarwar)Literaturtipps Musik: The Butcher's Ballroom und Hope

 

 

Fotos: Mohammad Reza Maraschi

Interviewer :  Kiumars Kazerani

Anmoderation : Arsalan Damghani

15.12.2010